Sehenswürdigkeiten

Diese Highlights sollten Sie sich unbedingt anschauen

Die schönsten Sehenswürdigkeiten haben wir für Sie zusammengestellt. Diese und noch viel mehr zeigen wir Ihnen gern während einer Stadtführung. Tauchen Sie mit uns ein in die Geschichte der 1000-jährigen Stadt Tangermünde.

Das Tangermünder Rathaus


Zur Zeit der wirtschaftlichen Blüte im 15. Jahrhundert entstand ganz im Zeichen der Hanse der spätgotische Rathausbau mit seinem 24 m hohen Schaugiebel. Er wird dem Architekten Hinrich Brunsberg aus Stettin zugeordnet.

Im Keller und im Erdgeschoss des Rathauses (1430) befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum . Es zeigt heute interessante Ausstellungsstücke zur Stadtgeschichte. Imposante Schiffsmodelle sowie ein Zeitstrahl veranschaulichen das Leben am und mit dem Fluss Elbe. In der ehemaligen Ratsstube des Obergeschosses ist heute eines unserer Standesämter. Der nebenliegende Ratssaal gehört zu den schönsten spätmittelalterlichen Räumen der norddeutschen Profanbaukunst und erinnert an die preußische Ordensarchitektur. Der Weg zum Obergeschoss führt über die Freitreppe und den Laubengang.

Der Anbau aus dem 19. Jahrhundert wurde nach Plänen des Berliner Baumeisters Friedrich August Stüler, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels, errichtet.

Grete Minde

Einen Tiefpunkt in der Geschichte von Tangermünde erlebten unsere Bürger am 13. September 1617, als an 3 Stellen zur gleichen Zeit gewaltige Brände aufloderten. Lediglich die Gebäude aus Backstein, welche zur Zeit der Hanse errichtet worden waren, wie Stadtmauer, Stadttore, Kirchen und der heutige Rathausanbau, blieben mehr oder weniger verschont.
Grete Minde wurde für diese Tat zur Verantwortung gezogen. Das von der Stadt angerufene Schöppengericht der Mark Brandenburg verurteilte Grete Minde zum Tode. Am 22. März 1619 wurde das Urteil, ein qualvoller Tod auf dem Scheiterhaufen vollstreckt.

Theodor Fontane setzte ihr in seiner gleichnamigen Novelle Grete Minde ein literarisches Denkmal. Bis heute ist die Schuld oder Unschuld dieser Frau am Stadtbrand und somit am Beginn des Niederganges der einst reichen Stadt nicht ganz geklärt.

Tangermünder Bürger haben dieser Frau ein Denkmal gesetzt. Es wurde an Ihrem 390. Todestag am 22.03.2009 am Rathaus enthüllt, eine Erinnerung an Unrecht und Leid. Die Bronzeplastik ist eine echte Sehenswürdigkeit und steht neben der Gerichtslaube des Rathauses und wurde von Lutz Gaede, einem Künstler aus der Altmark erschaffen.

Kirschstraße – Fachwerkhäuser

Heute ist der traufständige Baustil der Wohnhäuser stadtbildprägend. Noch zur Zeit der Hanse baute man giebelständig, also mit der Giebelseite zur Straße gerichtet. Ein Beispiel für ein traufständiges Haus (mit der Regenrinne, der Traufe, zur Straße gestellt) ist die Kirchstr. 23. Die wunderschöne Flachschnitzerei dieses Ackerbürgerhauses ist noch original von 1619.

Stephanskirche

Das Patronat des St. Stephanus kam bereits im 10. Jahrhundert nach Tangermünde. Das Gotteshaus wurde aus einer romanische Basilika des 12. Jahrhunderts über 300 Jahre lang zur heutigen gotischen Hallenkirche umgebaut.

Kurz vor Vollendung des Umbaus ist mit dem Stadtbrand 1617 der Kirchturm der St. Stephanskirche zerstört worden. Der Wiederaufbau mit der heutigen Welschen Barockhaube hat bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts angedauert. Mit seiner Höhe von 87,5 m ist er der höchste Kirchturm der Altmark. Von der einstigen Ausstattung blieben neben dem bronzenen Taufbecken aus dem Jahre 1508, verschiedene Holzplastiken erhalten.

Das wertvollste der Kirche ist die 1624 fertiggestellte Frühbarockorgel von Hans Scherer dem J. aus Hamburg. Nach letzten Restaurierungsarbeiten 2019 ertönen die 2200 Pfeifen heute wie damals und die Musik des 17. Jahrhunderts fasziniert nicht nur Orgelkenner. Im Rahmen der Kirchenmusik erklingt jeden Samstag von Mai bis Oktober diese Königin der Instrumente.

Zollensteig mit Salzkirche

Diesen Weg hat der kurfürstliche Zöllner einst genommen, um den Elbzoll von den vorüberfahrenden Schiffen zu erheben. Tangermünde ist bereits 1136 als Elbzollstätte erwähnt. 

Am Zollensteig befindet sich die Salzkirche. Ihre Ursprünge liegen im 13. Jahrhundert. Als St. Elisabethkapelle gegründet, gehörte sie zum gleichnamigen Hospital.

Nach ihrer Zerstörung durch den Brand von 1678 wurde sie als königliches Salzmagazin genutzt. Das Salz wurde hier bis zum Beginn des 18. Jahrhundert in Fässern gelagert und diente der Versorgung weiter Teile der Altmark. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts diente das ehemalige Gotteshaus anderen profanen Zwecken.

Die Rekonstruktion und Umgestaltung der Kirche zur heutigen Konzert- und Ausstellungshalle erfolgte in den 1990-iger Jahren. Seitdem bereichern neue Kulturangebote den Veranstaltungskalender der Stadt.

Schlossfreiheit

In Tangermünde wird die Verbindungsstraße zwischen der Burg und der in ihrem Schutze angelegten Stadt aber als „Schlossfreiheit“ bezeichnet. Hier wohnten die Burgmannen, auch Freisassen genannt, also der Marschall, der Küchenmeister, der Truchsess (er war im Mittelalter der oberste Aufseher über die Hofhaltung und somit auch über die fürstliche Tafel ), der Mundschenk, der Hofjägermeister und auch der Kapellan der Burg.

Die Freisassen unterstanden als kaiserliche oder kurfürstliche Beamte nicht der Stadt und waren somit von allen städtischen Steuern und Abgaben befreit. Dieses Vorrecht verursachte viel Ärger und Unmut unter den Bürgern der Stadt. Dafür waren die Bewohner dieser Burgmannensiedlung aber auch verpflichtet, die Burg landseitig zu verteidigen und zu schützen.

Das Haus Schlossfreiheit Nr. 5 ist das älteste Tangermünder Wohnhaus. Sein Untergeschoß wurde 1543 im Stil der Renaissance in verputztem Backsteinmauerwerk errichtet. Das große Rundbogenportal hat zu beiden Seiten Sitznischen, über denen sich die Medaillons der ehemaligen Besitzer befinden. Petrus Krull war Schlosshauptmann in Tangermünde. Das Fachwerkobergeschoß ist im 17. Jahrhundert aufgesetzt worden. Im Inneren des Hauses befindet sich das Burgmuseum, in dem die Bedeutung der Burg als Residenz der Brandenburger Markgrafen und Kurfürsten gezeigt wird.

Die Tangermünder Burg

Die Burg Tangermünde ist eine der größten Höhenburgen Norddeutschlands und gehörte zu einem System von Grenzburgen entlang der Elbe. Sie entstand im 10. Jahrhundert. Die strategisch gut gelegene Burg befindet sich ca. 21 m über dem Niveau von Elbe und Tanger. Genau diese beiden Flüsse führten zur Namensgebung der Stadt Tangermünde. Ihre erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1009 in einer Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg. Im 12. Jahrhundert wurde die Tangermünder Burg von dem askanischen Markgrafen Albrecht dem Bären mit genutzt, um von hier aus die Ostchristianisierung voran zu treiben. Noch heute ist der Zinnenverlauf auf der Burgringmauer teilweise erkennbar. Der Zugang zur Burg liegt auf der Stadtseite und entstand im 14. und 15. Jahrhundert. Die Sandsteinplatte mit dem brandenburgischen Adler über dem Außentore zeigt bis heute, wer hier Herr über dieser Burg war – der Markgraf und Kurfürst zu Brandenburg.

Zum Schutz des Tores flankiert seitlich ein massiver Rundturm (1480) die Toranlage. Das Kegeldach selbst wurde erst 1902 auf die zinnenumkränzte Plattform aufgesetzt. Somit hat der Turm eine Gesamthöhe von 37 m. Gefängniszellen, welche im 18. Jahrhundert eingebracht wurden, gaben dem Turm seinen heutigen Namen – Gefängnisturm.

Das Burgareal selbst ist in Haupt- und Vorburg unterteilt. Auf der Hauptburg, deren Abgrenzungsmauern zur Vorburg noch bis heute erkennbar sind, stand das Schloss Kaiser Karls IV. Es wurde von Schwedischen Truppen im 30- jährigen Krieg 1640 in Schutt und Asche gelegt. Vor mehr als 300 Jahren wurde auf den Fundamenten des zerstörten Schlossgebäudes ein schlichter Barockbau errichtet. Es diente zu Beginn des 18. Jahrhunderts für den Preußenkönig Friedrich I. für die Zwischenübernachtung, wenn er einst mit seinem Hofstaat zur Jagd in die Colbitz-Letzlinger Heide zum Schloss Letzlingen reiste. Das Gebäude war über Jahrzehnte Amtsgericht und Sitz eines preußischen Domänenamtes und wurde zu DDR-Zeiten als medizinische Einrichtung für Kinder genutzt. Seit dem Jahr 2000 befindet sich hier das renomierte Hotel Schloss Tangermünde.

Direkt auf und an die Burgmauer gebaut, erhebt sich das einstige Tanzhaus Kaiser Karl IV.. Hier fanden wichtige gesellschaftliche öffentliche Ereignisse statt. Empfänge gegeben und auch Hoftag wurde dort abgehalten und auch heute erklingt in diesem Gebäude lustige Tanzmusik von Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten des Hotels Schloss Tangermünde. In einem Gebäudeinventar des 17. Jahrhunderts wird von einer hier untergebrachten Schreiberei berichtet. Der heutige Gebäudename – Alte Kanzlei- ist hiervon abgeleitet.

Die Burg zu Tangermünde war einst Regierungssitz bedeutender Herrscher. Zu Ihnen gehörte der bereits erwähnte Kaiser Karl IV.. Als römisch deutscher Kaiser und König von Böhmen erwarb er für seine Söhne 1373 die Mark Brandenburg und somit Burg und Stadt Tangermünde. Ein Denkmal im Burggarten erinnert seit 1900 an Karls Herrschaft in Tangermünde. Der Stadt geschenkt und höchstpersönlich eingeweiht wurde das Denkmal vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. im November 1900. Es war der letzte kaiserliche Besuch in Tangermünde. Mit der kaiserlichen Residenz erklärt sich auch der Beiname Tangermündes als „Kaiserstadt“.

Rechts neben dem Kaiserdenkmal befindet sich das Denkmal von Kurfürst Friedrich I. (Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Hause der Hohenzollern), Nachfolger des Kaisers Karls IV. Sein Denkmal auf der Burg wurde von der Stadt 1912 errichtet.

Der viereckige Turm an der Ostecke der Burg steht im Verbund mit der gewaltigen Burgmauer und ist auf die Zeit der Askanischen Makrgrafen zurückzuführen. Den neuesten Erkenntnissen nach wurde er im 12. Jahrhundert einst als Wohn- und Verwaltungsturm errichtet und diente später auch als Kornspeicher für das Domkapitel zu Berlin. Darauf beruht auch sein derzeitiger Name – Kapitelturm. Heute wird er als Aussichtsturm genutzt und ist von Mai bis Oktober sogar täglich zu besteigen.

Stadtmauer

Die Altstadt von Tangermünde wird bis heute von ihrer fast intakten Stadtmauer (Anfang 14. Jahrhundert) fest umschlossen. Gewaltige Strebe- und Stützpfeiler sichern wie an der Burgmauer das Bauwerk. Eingebettet in den Mauerring der Altstadt sind aus dieser Zeit 3 Stadttore, deren Wehrhaftigkeit bis heute vom einstigen Reichtum der Kaiser- und Hansestadt Tangermündes zeugen.

Elbtor

Diese Toranlage wurde zusätzlich mit einem Fallgatter geschützt. Die Fallgatternische ist bis heute noch erkennbar. Die heutigen Torflügel sind authentische Nachbauten, zeigen aber bis heute die Stärke des eigentlichen Eichenholztores. In der Torleibung befinden sich die Pegelmarken der Elbe. Der höchste Stand bis dato ist der von 2013. Mit 8,38 m erreichte hier die Elbe ihre bisherige Rekordhöhe.

An der Rosspforte schließt sich der 100 m lange Hohlweg – die Rossfurt – an. Bis in das vorige Jahrhundert bildete sie die einzige Auffahrt von der Elbe in die Stadt. 

Eulenturm

Wer die Stadt Tangermünde gen Nordosten verließ, musste dieses Tor (um 1300), das nach dem Hünerdorfe vor der Stadt benannt worden war, passieren.

Von dem eigentlichen Tor steht heute nur noch der 24 m hohe Torturm in der Mitte der Straße. Die achteckige Weiterführung des Turmes erfolgte um 1460/70. Der Ansatz des Haupttorbogens ist noch bis heute erkennbar. Das Haupttor wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgenommen.

Die Tür an der Nordseite auf halber Höhe führte einst hinaus auf den Wehrgang, welcher sich über dem Haupttor und auf der Stadtmauer befand. An der gegenüberliegenden Seite ist die einstige Verbindungsstelle mit der Stadtmauer noch erkennbar. Auch das größere ältere Steinformat der Giebelwand des Hauses Hü(h)nerdorferstraße 16 zeigt den Verlauf der Stadtmauer auf. Im Volksmunde nennt man diesen Turm auch Eulenturm. Die Begründungen hierfür sind sehr verschieden. Zum einen soll auf hier brütende Eulen hingewiesen werden, die sich durch die Öffnungen Zugang verschafft haben. Zum anderen wurde der Name des Turmes von „Olle Eule“ als „Kosewort“ für Frauen abgeleitet, da sich in ihm das einstige Frauengefängnis befunden hat. 1619 gestand Grete Minde hier unter Folter die Tat der Brandstiftung.

Neustädter Tor

Es ist eines der schönsten Stadttore Norddeutschlands – das Neustädter Tor von Tangermünde. Nähert man sich ihm von außen, kann man nun erahnen, welcher Reichtum sich einst hinter dieser Toranlage und den dazugehörigen Mauern verbarg. Sehr deutlich zu erkennen ist hier die Doppeltoranlage.

Aus der Zeit um 1300, in der sich die Tangermünder Kaufmannsiedlung mit einer Stadtmauer umgab, stammt der kleinere viereckige Turm. Nach der Entwicklung der Pulverwaffen mussten sämtliche Wehranlagen verstärkt werden. Das tat man mit runden Türmen. So wurde auch das Neustädter Tor unter Kurfürst Friedrich I. zur Mitte des 15. Jahrhunderts mit dem runden, nun mehr 24 m hohen Turm und dem Wehrgang über dem Haupttore versehen.

Unter Kaiser Wilhelm II. wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts sämtliche Wehranlagen der Stadt restauriert und sind somit für uns bis heute gut erhalten. Die 5 bemalten Putzblenden über dem Spitzbogen zeigen 5 Adler. Von links beginnend: Der Preußische Königsadler, Adler des Bismarckreiches 1871 mit aufgelegtem Hohenzollern Schild, das Tangermünder Stadtwappen, der Adler des Heilig Römischen Reiches deutscher Nation und der Brandenburgische Adler.

Schrotturm

Im Verbund der noch vorhandenen Stadtmauer in ca. 200 m Entfernung vom Neustädter Tor erhebt sich der Schrotturm. Er ist der Nordwestliche Eckturm der Stadtmauer und war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur halb so hoch. Im Mittelalter diente er als Pulverturm. 1825 wurde von einem Tangermünder Kaufmann in ihm eine Schrotgießerei eingerichtet. Hierzu wurde die Fallhöhe von 47 m benötigt, um aus flüssigem Blei Schrotkugeln zu gewinnen.

Kirche St. Nikolai

Stadteinwärts am Neustädter Tor erhebt sich die Nikolaikirche. Sie wurde um 1200 dem Schutzpatron der fahrenden Kaufleute und Schiffer gewidmet und mit der Reformation 1538 profanisiert. Seitdem wurde sie weltlich genutzt, zum Beispiel als Spritzenhaus, Garnisonsgefängnis, Lazarett, Geschäfts- und Vereinshaus. Heute befindet sich hier eine urige Gaststätte mit einmaligem Ambiente.

Dominikanerkloster

Vor den Toren der Stadt, in der im späten Mittelalter angelegten Neustadt , gründeten 1438 Dominikaner ein Kloster. Es war das jüngste der 8 Klöster der ehemaligen Ordensnation „Mark Brandenburg“ der Dominikaner. Der Orden ist ein Bettelorden, welcher 1216 entstand und sich die seelsorgerische Arbeit in den Städten zur Aufgabe machte. Seit 1232 war er mit der Durchführung der Glaubengerichtsbarkeit, der gefürchteten Inquisitation, beauftragt. Nach der Einführung der Reformation (in Tangermünde 1538) wurde das Kloster aufgelöst. Die Klosterkirche von Tangermünde ließen die Dänischen Truppen im 30-jährigen Krieg zur Ruine werden. Vor dem Nordgiebel des Klausurgebäudes steht jedoch noch die Südwand des Chorraumes und ein Halbpfeiler.